Ob ich tatsächlich vor 16 Jahren geweint habe, als ich Mannheim das erst Mal gesehen habe, weiß ich nicht mehr. Aber ich bin mir sicher, dass mein Abschied mir Tränen in die Augen treibt.
Klar, war es mein allergrößter Wunsch die Quadratestadt zu verlassen – "wer will schließlich hier freiwillig leben" – doch diese Stadt hat tatsächlich sehr viele liebevolle Seiten. Besonders die Menschen, die selbst irgendwann zugezogen sind, machen die Stadt für mich so liebenswert. Man kennt sich in Mannheim. Gefühlt kennt jeder jeden. Früher oder später hat man irgendwie mit allen im Tiff die Nacht zum Tage gemacht oder man kennt irgendwie alle durch sein schneckenhof.de Profil-Stalking. Und nach dem ich paar Mal gehört habe „Du bist doch Uzi?“, kam der Wunsch erst recht nach einem Tapetenwechsel.
Nun bekomme ich ihn. Auch wenn ich noch keine eigene Unterkunft in der Stadt mit den wucherndsten Mietpreisen habe. Das wird mein neues Zuhause. Alles komplett auf null gestellt. Man muss neue Connections zu den Türstehern knüpfen und nach dem besten Dönermann after party suchen. Geschweige neue Bekanntschaften muss man finden mit denen man feiert bis die Wolken wieder lila sind oder mit denen man am Kamin über Gott und die Welt philosophiert... Natürlich bleiben die Mannheimer Freunde immer noch meine engsten Vertrauten, doch sie sind zu weit entfernt, um mal spontan sich aufn Drink am Neckar zu treffen oder zur Hilfe zu eilen, wenn man mal Hilfe braucht. Eine ganz neue Erfahrung mit der Freundschaft auf Distanz.
Wie heißt das Sprichwort: Man soll gehen, wenn es am schönsten ist. Wieso ist denn der Schluss immer am schönsten, wie beispielsweise beim happy ending im Film? Wieso erlebt man eine der unvergesslichsten Zeiten, bevor man geht? Jetzt wo es so leider geil ist, würde ich fast vergessen, dass ich gehe, aber die leicht sentimentalen Freunde erinnern einen ab und an daran. Und nicht zu vergessen die urerwarteten Dinge, die plötzlich wie aus dem nichts auftauchen und deine Welt auf den Kopf stellen – als ob da nicht genug schon Chaos wäre. Es kommt eben immer anders als man denkt! Und manchmal ist das auch gut so.
Schon eine komische Sache dieses Abschiednehmen. Dabei ist es kein Abschied für immer. Lediglich eins mit dem Hinweis, dass man weiter weg wohnt. Kein Katzensprung mehr, aber so ein dreistündiger Sprung von der Isar an den Neckar. Naja, Umzug in die Traumstadt hin oder her, in zwei Wochen werde ich Nilpferdgroße Tränen weinen - weil Mannheim meine Stadt ist...
Ich danke allen Usern, die meine Kolumnen und sonstige Artikel zwei Jahre lang ertragen haben! Vielleicht kann ich es nicht lassen und verfasse mal und zu doch noch was
Noch ein größeres Danke geht an das schneckenhof.de Team – ihr seid einfach die Besten und ich werde alles geben um ab und an mit euch den ein oder anderen Hangover-Abend zur erleben. Und der aller größte Dank geht an meine allerliebsten Freunde, die mich immer ertragen haben und unterstützt haben - wehe ihr geht nicht ans Handy, wenn ich euch anrufe!
Habt ihr, liebe schenckenhof.de User, ein paar Tipps wie man leichter Abschied nimmt von seiner Heimat und seinen Freunden? Wie erhält man Freundschaften frisch und warm? Was kann man gegen "Heimweh" machen?